Menschen mit seelischer Behinderung

Mit der Implementierung des Gesamtplanverfahrens für Menschen mit seelischer Behinderung im Jahr 2005 wurde nicht nur einer Forderung des Gesetzgebers Rechnung getragen, sondern es wurde vielmehr das Ziel verfolgt, dass die Eingliederungshilfe für seelisch Behinderte künftig nicht mehr institutionenzentriert, sondern personenzentriert, d.h. entsprechend den individuellen Bedürfnissen des einzelnen seelisch Behinderten gestalten werden wird.

Um das Verfahren zu evaluieren und möglichst rasch Erkenntnisse über Weiterentwicklungsbedarf zu gewinnen, wurde im Oktober 2006 das Institut transfer gemeinsam mit dem Otto-Blume-Institut für Sozialforschung und Gesellschaftspolitik e.V. und der Conrad & Beck GmbH beauftragt, die Erreichung der mit der Einführung des Verfahrens verbundenen Ziele über einen Zeitraum von vier Jahren (2006 bis 2009) zu überprüfen.

Hierfür wurden über 18.000 Bögen anonymisiert ausgewertet, Leistungsdaten aller Bezirke aufbereitet, Workshops in allen Bezirken mit Sozialverwaltungen und Leistungserbringer veranstaltet und Interviews mit Betroffenen geführt.

Der Bericht gliedert sich in einen zusammenfassenden Bericht Gesamtbayern und sieben bezirksspezifische Berichte (Bezirk Oberbayern, Bezirk Niederbayern, Bezirk Oberpfalz, Bezirk Oberfranken, Bezirk Mittelfranken, Bezirk Unterfranken, Bezirk Schwaben), in denen jeweils individuelle Fragestellungen der einzelnen Bezirke aufgegriffen wurden.

Zusammenfassend hat das Institut festgestellt, dass es den Bezirken trotz unterschiedlicher Rahmenbedingungen gelungen ist, in der Eingliederungshilfe für Menschen mit einer seelischen Behinderung ein gemeinsames Instrument zum Gesamtplanverfahren erfolgreich einzuführen. Die Standardisierung der Instrumente mache Antrags- und Bewilligungsverfahren für alle Beteiligten transparenter und nachvollziehbarer und die Stellung der leistungsberechtigten Personen habe sich deutlich verbessert. Diese werden regelhaft am Verfahren beteiligt, das Instrument fördere die Selbstbestimmung und die Qualität der Hilfen. Dies werde auch von den Betroffenen selbst so wahrgenommen. Insgesamt seien die Ziele, die mit der Einführung des Verfahrens verbunden worden waren, sehr anspruchsvoll gewesen. Daher war es von vorneherein auch nicht erwartbar, diese in nur vier Jahren vollständig zu erreichen.

In die Überarbeitung der Bögen und eine Weiterentwicklung des Verfahrens im Sinne des personenzentrierten Ansatzes bis voraussichtlich Ende 2014 werden die zahlreichen weiterführenden Empfehlungen des Berichts einfließen.

 

Ziele, Instrumente und Ablauf des Gesamtplanverfahrens sind in einem Leitfaden für die Praxis zusammengefasst.

Die derzeit gültigen Instrumente stehen sowohl im PDF- als auch im Word-Format zur Verfügung. Die Formulare können am PC bearbeitet werden.