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Bezirketagspräsident Franz Löffler: „Jüdisches Leben war und ist in Bayern eine große Bereicherung für die Gesellschaft"
Bayerischer Bezirketag verabschiedet auf seiner Vollversammlung Resolution gegen Antisemitismus
München, 7. Juli 2026 – Im Jahr 2025 registrierte die Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus Bayern über 1.550 antisemitischer Vorfälle in Bayern. Diese Zahlen sind alarmierend und belegen einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren.
Angesichts dieser besorgniserregenden Entwicklungen haben sich die Delegierten auf der diesjährigen Vollversammlung des Bayerischen Bezirketags in Hohenschwangau unmissverständlich gegen jegliche Angriffe auf jüdisches Leben positioniert und einstimmig eine Resolution gegen Antisemitismus beschlossen. Sie bekräftigten damit, dass Antisemitismus keine Meinung ist, sondern ein Angriff auf die Menschenwürde und auf die Grundwerte der Demokratie. Antisemitismus ist nicht nur ein Problem jüdischer Menschen, sondern geht uns alle an und ist eine Gefahr für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Die Bezirke und der Bayerische Bezirketag stehen deshalb solidarisch an der Seite der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland und in Bayern.
Jüdisches Leben gehört seit mehr als 1.000 Jahren zu Bayern. Seitdem haben sich jüdische Kultur, Werte und Religion stets weiterentwickelt und unsere Kultur und Traditionen wesentlich geprägt, um ein fester Bestandteil bayerischer Vergangenheit und auch Gegenwart zu werden. Die bayerischen Bezirke und der Bayerische Bezirketag unterstützen durch verschiedene Projekte und Veranstaltungen die Erforschung, den Erhalt und die Entwicklung jüdischen Lebens in Bayern.
Die Resolution „Nicht bei uns, nicht mit uns“ zielt darauf ab, israelbezogenen Antisemitismus zu verurteilen und eine verbindliche Haltung gegen Judenhass in der Gesellschaft zu etablieren. Sie eröffnet die Möglichkeiten, neue Allianzen einzugehen und durch Schulterschluss mit wichtigen Akteuren, Antisemitismus, Judenhass und Rassismus entschieden zu bekämpfen. Mit ihrem Votum haben die Delegierten nochmals bekräftigt, dass Antisemitismus keinen Platz in unserer Gesellschaft hat.
Für Franz Löffler, Präsident des Bayerischen Bezirketags, ist das ein wichtiges Signal: „Das jüdische Leben war und ist in Bayern eine große Bereicherung für die Gesellschaft. Jegliche Form von Gewalt und Diskriminierung gegen jüdische Menschen oder Angriffe auf deren Einrichtungen sind für uns absolut inakzeptabel. Wir stehen fest in unserer historischen Verantwortung, jüdisches Leben und Kulturgut in Bayern für die Zukunft zu bewahren.“
Der Antisemitismusbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Dr. Ludwig Spaenle, unterstützt die Initiative des Bayerischen Bezirketags. In seinem Grußwort betonte er, wie wichtig der Kampf gegen Antisemitismus sei. „Antisemitismus und die damit verbundene Menschenverachtung ist nicht nur ein Angriff gegen Jüdinnen und Juden, es ist ein Angriff auf unsere gesamte Gesellschaft und die Demokratie. Ich erlebe, dass von den Bezirkstagen und hier vor allem den Bezirksheimatpflegern vielfältige Initiativen ausgehen, um jüdisches Leben sichtbar zu machen und über jüdisches Leben zu informieren. Bildung ist eine wichtige Säule im Kampf gegen Antisemitismus. Eine andere ist es bewusst zu machen, wie antisemitische Vorfälle und Straftaten – im vergangenen Jahr waren es allein über 500 in Bayern – das Leben der Menschen jüdischen Glaubens belasten. Das zeigt die Bereitschaft zur Solidarität. Für die Solidaritätsbekundung mit unseren Bürgerinnen und Bürgern jüdischen Glaubens bin ich sehr dankbar,“ so Dr. Spaenle.
Resolution Antisemitismus
